Verklärung-oder

die Eigenschaften von denen, die an Jesus glauben.

Am kommenden Sonntag ist die Rede von Mose, der vom Berg Gottes herunterkommt: Und „sein Gesicht leuchtete“.

S. Predigt im Anhang.

Epistel für diesen Sonntag. – Paulus preist in Korinth die Schöpfung Gottes.

„Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorbrechen, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesus Christi.“

Ja, das ist Advent, Weihnachten, Epiphanias.

Ja, das ist Verklärung Christi, in dem wir verklärt sind.

Ja, das ist auch Ostern und Karfreitag und Passion. Wir strahlen im Angesicht des Gekreuzigten und Auferstandenen, DES HERRN JESUS CHRISTUS und können in Gebet und Predigt das WORT GOTTES weitersagen, damit „alle Menschen zur Wahrheit kommen“, wie das der Apostel vorgeführt hat.

Nichts weniger als das.

Vor diesem Hintergrund ist es gut, sich die Bemerkung von Friedrich Nietzsche in Erinnerung zu rufen: „Die Christen müßten erlöster aussehen.“

Wo ist die Freundlichkeit, das Licht, die Ausstrahlung, die Einladung, die Attraktivität der christlichen Gemeinde, „die Stadt auf dem Berg zu sein, nicht das Licht unter dem Scheffel?“

Gott sei Dank gibt es sie.

Überall auf der Welt.

Das Evangelium –

gibt dem letzten Sonntag in der Epiphaniaszeit seinen Namen: Verklärung Christi. Und damit auch unserer Überschrift. Verklärung in der Tradition von Moses und den Propheten. In Matthäus 17, 1 – 9 heißt der Prophet ELIA. „Und er wurde verklärt vor ihnen und sein Angesicht leuchtete sie die Sonne, und seine Kleider wurden weiss wie das Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm.“

Diese Geschichte ist auf einem Berg angesiedelt, wohin Jesus Petrus, Jakobus und Johannes führt. Israelfahrern wird dieser Berg in der biblischen Tradition gezeigt bzw. vermutet.

In dem Moment, als es den Jüngern so gut gefällt, vornehmlich Petrus, daß sie gar nicht wieder herunter wollen von dem Berg – ähnlich wie zu Christi Himmelfahrt – ü b e r s c h a t t e t e sie eine lichte Wolke : „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!“

Da lassen sie den Hammer fallen und hören auf Bauholz zu suchen, um drei Kult-Hütten zu bauen; eine für ihren HERRN, eine für ELIAS und eine für MOSE. Und vielleicht auch noch für sich je eine, denn ihnen gefällt es hier so gut. Sie wollen bleiben. Es soll ihre Heimat werden

Da oben, wo es so schön ist.

Sie fallen auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: „FÜRCHTET EUCH NICHT!“

Sie stehen auf und sehen die Wirklichkeit: Den Berg, Jesus allein und sich. Den Weg, der wieder zurückführt in ihren Alltag, zu ihrer Arbeit. Aber sie dürfen „ihre Heimat“ mitnehmen, die sie in ihrer Klausur auf dem Berg erlebt und erfahren haben.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag und Erfahrungen, die sie stark machen für die Woche.

Ihr

Michael Wohlfarth – weitere Betrachtungen in „Predigen auf dem Markt“, „Tagebuch“, „Glauben und Erkennen“, „Auf dem Weg“.

Epiphanie

Nach dem Advent kommt die Weihnachtszeit bis zum 2. Februar (Maria Lichtmess). Dazwischen liegt Silvester (Name eines Heiligen).

Und NEUJAHR.

Und da beginnt das eigentliche Warten auf die Zukunft, die doch längst begonnen hat: in Christi Geburt. In der Geburt des Menschen. In seiner Taufe zum Ewigen Leben. Wie wichtig das zu wissen in Zeiten von Krankheit und Not für Viele. Orientierunglosigkeit für noch mehr. Streitsucht. Magersucht. Sexsucht. Trunksucht. Die Suche nach Leben, weil wir die Krippe versäumt haben? Die Geburt Gottes. Die Wiedergeburt unseres Mensch-SEINS. Das ist e i g e n t l i c h die Epiphaniasezit, die Zeit der Erscheinung des HERRN.

In der DDR habe ich mit meiner Frau zusammen, Margard Wohlfarth (Theaterwisschaftlerin), mit Leidenschaft das KRIPPENSPIEL von Klaus Peter Hertzsch+ regelmäßig aufgeführt. D i e s e n PREDIGT- GOTTESDIENST gefeiert. Im Arbeiter- und Bauern-Staat waren die Hirten, die Arbeiter und Bauern die Hauptpersonen, die nach dem Sinn des Lebens, ihres Arbeiter- und Bauern- Lebens suchten – und ihn fanden in der Krippe von Bethlehem, weil sie die Botschaft gehört haben, die Weihnachtbotschaft der STILLEN NACHT: CHRISTUS IST GEBOREN.

Dieses Weihnachten stand/steht ein Holzschnitt in Postkartengröße in unserem Wintergarten.

Ich erkenne darauf auch die Krippe mit Maria und Josef, ein Schaf und drei Gestalten, die die Könige sein müßten, die Weisen aus dem Morgenland, die Gelehrten, die Astrologen, die Astronomen, die Raumfahrer, die die rechte Seite der Darstellung ausmachen („Andere Zeiten“ aus Hamburg).

Ja, wir sind in der BRD und schwenken nicht mehr die Plakate der Hirten von 1989 – auch im Krippenspiel – „WIR SIND DAS VOLK“, sondern wir sind das Volk der mündigen Bürger, der Demokraten und Gebildeten.

Der Reichen der zivilisierten Welt.

Klar, daß sie auch den Sinn ihres Lebens suchen.

WIR.

JETZT.

In diesen Zeiten.

ADVENT gleich Ankunft – wer kommt.

Wer ist gekommen in unser Leben.

Wer kommt noch.

Was kommt noch.

„Siehe, ich stehe vor dern Tür und klopfe an“ (Offenbarung).

Wer wird vor der Tür stehen?

Wem habe ich aufgemacht.

Bleigießen, Wolken zählen, den Wolfsmond anheulen, der über dem Müggelsee aufsteigt. Zu Wahrsagern gehen. Spekulieren. Weise Frauen. Oder sich betrinken und wieder ausnüchtern. Katerstimmung. „Gesundheit vor allen Dingen, Herr Pfarrer“, wünschten mir meine Gemeindeglieder in den Wismutdörfern, in Thüringen, im sozialistischen Osten zum Neuen Jahr.

Im letzten Beitrag habe ich Edzard Schaper zitiert mit dem „LETZTEN ADVENT“ (Buch über einen Priester, der seiner Aufgabe gerecht wird – in unseligen Zeiten als Grenzgänger zwischen den Welten – das Evangelium zu bezeugen (martyrein gleich bezeugen) unter Einsatz seines Lebens, wie er es gelobt hat bei seiner Einsetzung.

Zu den drei Gottsuchern aus dem Morgenland (Epiphanias) möchte ich Ihnen wieder ein Buch von Edzard Schaper empfehlen: „Der vierte König.“ Eine außerordentliche Alternativgeschichte, einer alten russichen Legende nacherzählt.

Ein vierter König schließt sich den drei Königen an, aber versäumt die Krippe. Er begegnet der Armut, den Bittstellern seines Volkes, steigt herab von seinem weißen russischen Roß.

Eigenartiger Weise verläßt ihn aber der STERN nicht und führt ihn dorthin, wo der König der Könige zu finden ist.

Allerdings als er – ziemlich abgehängt von der Truppe – einen Galeeren – Sträflingszug trifft und die Mutter eines Sträflings weinend diesen Zug begleitet, bietet er sich an für den Sohn zu rudern.

30 Jahre lang.

Als er frei kommt, leuchtet der Stern hell auf. Er findet nicht die Krippe, aber das Holz, aus dem die Krippe gemacht ist, das Kreuz von Golgatha. Dort bricht er zusammen und umfaßt den Stamm des Kreuzes und bittet um Vergebung.

Er ist nicht auf unseren Weihnachtsbildern, aber mir immer in meiner Verkündigung ein sehr großer Trost gewesen.

Hier nun die Predigt:

Jesaja

Dazu auch die Buchempfehlung: „Der letzte Advent“ von Edzard Schaper. Ich habe dieses Buch gelesen, als ich mit meiner Familie von Berlin 1975 nach Thüringen gegangen bin in meine alte Kinderheimat: Ostthüringen, ehemaliges Herzogtum Altenburg, der fruchtbare „Ostkreis“. Im Gegensatz zu dem viel schöneren aber um so unfruchtbareren „Westkreis“: viel Wald und Holz. Warum wohl hat man im Osten die Wälder abgehackt? Vor hunderten von Jahren? Von der WISMUT AG wollen wir an dieser Stelle nicht reden. Aber ein andermal. Auch nicht von der Enttäuschung, dass es nicht mehr so war wie vor 20 Jahren: Die Handtuchfelder, die Ochsen, die Pferde… Die wohlhabenden LPG s prägen das Land .. bis heute. Denn die Großflächen sind geblieben, trotz friedlicher Revolution. Und Umbenennung in „Agrargenossenschaft“.

Mir kam es ein wenig wie Verbannung vor und da habe ich gerne die Folgen der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution für die Orthodoxe Kirche zur Kenntnis genommen und mitgefühlt mit dem Märtyrer, der sich nachts über die polnisch-russische Grenze wagt, um seine Gemeinden weiterhin zu versorgen – unter Lebensgefahr.

Wirkliches Christentum ist sicher immer in Gefahr: ob nun von außen oder von innen.

Nikolaustag 2021, einen Tag nach dem Halten der Predigten in den Kapellen in Berlin-Köpenick in der Liturgie der Brandenburgischen Kirche und dem lauten Sprechen des christlichen Glaubensbekenntnisses mit dem vorherigen Hinweis, daß wir damit besonders nahe sind denen, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden auf der ganzen Erde und wir uns rüsten gegen Spott und Hohn.

Predigt:Es gilt das gesprochene Wort. – Das ist eine Einladung zum Hören.

Live.

Bitte besuchen Sie kaparkonaorg.wordpress.com und reagieren Sie, damit ich weiß, damit es sich lohnt.

Trauer

Schon König Friedrich Wilhelm der III hat die Tradition eingeführt, an einem bestimmten Tag dessen und derer zu gedenken, wo es galt zu trauern. Nach dem 1. Weltkrieg gab es den gesetzlichen Feiertag nicht, obwohl der Voksbund für Kriegsgräberfürsorge ihn schon 1919 vorgeschalgen hat. U. a. weil die Weimarer Republik in ihrer Verfassung nicht klar festgelegt hatte, wer Feiertage bestimmt. Wir würden heute sagen: Bund oder Länder? S.Pandemie! 1952 wurde der Volkstrauertag festgelegt als gestzlicher Feiertag auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr. Vierzehn Tage vor den 1. Advent, unmittelbar vor dem Totensonntag, der jetzt in der evangelischen Kirche als Ewigkeitssonntag verkündet wird.

Zwischen 1933 und 1945 gab es den Heldengedenktag.

In der Bundesrepublik Deutschland (BRD) ist die Bedeutung, der Gefallenen in den Weltkriegen zu gedenken und der Opfer der Gewaltherrschaft durch das NS-Regim.

Der Volkstrauertag ist nicht nur wegen unklarer Aussagen in der Verfassung, sondern auch wegen Unstimmigkeiten zwischen den Kirchen und mit den Kirchen kein gesetzlicher Feiertag in der Weimarer Republik geworden. Allerseelen und Totensonntag sollten nicht in den Schatten treten. Heute werden die Sonntage bis zum Busstag in Deutschland auch als Ökumenische Friedensdekade beschrieben, wo in besonderer Weise das „weltliche“ Anliegen mit dem „geistlichen“ in dieser „Zeit der letzten Dinge“ verbunden werden soll: SHALOM GEICH WELTFRIEDEN UND MEIN GANZ PERSÖNLICHER FRIEDEN.

Durch den Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft.

Das belegt die Textauswahl für die Gestaltung der Gottesdienste. Bergpredigt, 10 Gebote, Erwartung der Widerkunft Christi, das Seufzen der Kreatur bis zur Erlösung durch Jesus Christus. Die Trosttexte des Paulus im Gespräch mit den philosophisch begabten Korinthern.

Glockenweihe und Werbung für einen Verein, der in diesem Jahr 25 Jahre zurück blicken kann auf seine wechselvolle Geschichte. Gründung 6. Mai 1996 zur Kirchweih der Nachfolgekirche der Franziskaner: „Freunde der Brüderkirche Altenburg e.V.“ Ohne diesen Verein gäbe es die Grosse Glocke nicht. Siehe dazu Lothar Petzold „Fundorte“ – Kirchengeschichten aus Thüringen-Wartburg -Verlag Seite 124 ff.

Reformationstag

In Berlin ist der Reformationstag kein staatlicher Feiertag. Er ist zu kirchlich, hat man gehört. Dafür ist der 8. März gewonnen als zusätzlicher arbeitsfreier Tag für die Berliner Stadtgesellschaft ..,den Clara Zetkin und andere einst ausgerufen hatten als den Internationalen Frauentag aus dem Gedanken der Kommunistischen Internationale heraus.

Dieses Wahljahr – nun steht das amtliche Bundes-Wahlergebnis fest!

In Berlin gibt es immer noch Leute, die die Stadt-Wahl wiederholen möchten wegen aller nur möglichen Unregelmäßigkeiten, in einer kollektiven Verantwortungslosigkeit (im Anschluß an Rudolf Bahro vom Regierenden Bürgermeister Wowereit a. D. kürzlich geäußert).

Dieses Jahr 2021 fällt Halloween und Reformationsgedenken auf einen Sonntag.

Dann folgen die letzten Sonntage des Kirchenjahres mit Totengedenken und Allerheiligen in der Katholischen Kirche. Und Allerseelen.

Die Texte in der Evangelischen Kirche sind geblieben.

Altes Testament 5. Mose 6 4 – 9.

Also die hebräische Bibel in der Thora, in der die Israeliten aufgefordert werden, bevor sie in das Gelobte Land kommen, den Nachkommen das ständig in Erinnerung zu rufen: Liebe Gott, Deinen Herrn. Ritze das in alle möglichen Gegenstände, die Du am Körper trägst, damit Du das nicht vergisst. Über allen Gebeten, über allem Anrufen steht das: „Höre Israel…“- wie schön hat Felix Mendelssohn-Bartholdy diese Aufforderung zur Erinnerung in einen weichen herzzerreißenden Klang gebracht. Der Berliner Komponist, der dann nach Leipzig gegangen ist, um das Gewandhaus zu leiten.

Dann der eigentliche Text zur Reformation, der das katholische und römische Haus fast zum Einsturz gebracht hat durch einen Mönch – Martin Luther, der selig werden wollte.

Römerbrief 3, 21 – 28.

Gnade und Barmherzigkeit durch den Glauben an Jesus Christus, der uns rettet in all unserem Tun und Lassen, auf der Flucht in die falsche Richtung.

Sola scriptura, sola fides. – Der Beginn der Neuzeit.

Nun fortwährend im Gespräch zwischen den Konfessionen.

Durch sein Heiliges Blut sind wir erlöst und nicht durch etwas anderes: gute Werke u.s.w.

Die kommen von alleine, wenn wir glauben. Erinnern wir uns an Edzard Schaper, wie der sterngeleitete vierte König zur Krippe möchte und schließlich am Kreuz von Golgatha „landete“. Wirklich – nach 30-jähriger Sklaven- und Galeerenfahrt an Stelle eines Häftlings, den seine Mutter so nötig brauchte um zu überleben.

Und dann die Seligpreisungen nach dem Evangelium des Matthäus, Kapitel 5 1-12. Am besten auswendig lernen wie die 10 Gebote.- Auch als Hinweis zur Friedensdekade, die nach 10 Tagen am Bußtag endet und das Gebet um den Frieden der Seelen und der Welt auch in die deutsche Hauptstadt Berlin tragen möchte.

Wobei mir die Zahl 10 nicht paßt wegen des revolutionären Versuches in Frankreich die Sonntage ab zu schaffen und dafür Dekaden einzurichten. Wie töricht und dumm. Da habe ich eine Phobie. M. W.

Vergiss den hl. Augustinus nicht, einen Vorläufer von Martin Luther: „Nimm und lies!“

Ist ihm gesagt worden.

Die Grundlage des christlichen Abendlandes.

Und singe! EKG 351

Es gilt das gesprochene Wort. Vergiß das nicht, falls Du die Predigt aufschlägst. Live ist am besten (31. Oktober 9. 00 Uhr Werner-Sylten-Kapelle, Rudower Straße 23 Berlin Köpenick, Friedhof).

Ich komme aus einer Zeit

Neulich bin ich eingeladen worden zu einem sogenannten Generationengespräch.

1.

Ich erinnere mich, als junger Pfarrer in einer Vakanzvertretung im Altenburger/Geraer Land, wie wichtig mir die Versöhnung zwischen den Generationen war. Der Gottesdienst fand statt in einem Gemeindesaal einer evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde.

Der Begriff war mir wichtig.

Nach dem Bruch 89 kamen auch Vikare aus Westdeutschland zu uns, einer sollte in Altenburg Pfarrer lernen. Wir schmiedeten ein Generationenprojekt: „Der Glaube des Adolf Hitler“ und eine englische Arbeit zu den religiösen Zügen des Nationalsozialismus gaben die Grundlage ab für die Perspektive zweier Generationen. Die der damals über Fünfzigjährigen und die der um die Dreißig. In unserem Fall gab es auch noch das Unterscheidungsmerkmal Ost und West als Sozialisationshintergrund.

Sicher für mich, der ich aus einer sozialistischen Gesellschaft kam in Anführungsstrichen ist das Wort Sozialisierung lange Zeit eine Verhöhnung gewesen ich habe lange gebraucht, um dieses wort in diesem Zusammenhang akzeptieren zu können. Wenn du aus einer Diktatur kommst, aus einem tatalitär gestrickten Staat – autoritär ist auch eine Verharmlosung-sit der Unterscheid zwischen Ost und West ein Abgrumnd und nicht eine Sozialisation. Um so hilfreicher war die Brücke des Generationen – Gespräches zwischen Jungen und Alten. Die hatte in dem Momentum noch eine ganz andere Bedeutung. wir suchten das Gespräch, um Brücken zu bauen über die Abgründe der Geschichte. Ich jedenfalls hatte auch deshalb einen westdeutschen Vikar gerne aufgenommen in mein Arbeitspensum.Jetzt wissen sie auch, weshalb mir – uns- dieses Universalwerk eines Universalgelehrten wie Friedrich Heer,östereichischer-jüdischer Herkunft, Jesuit, Dramaturg im Wiener Burgtheater, studierender Germanist u.a. in Königsberg in seiner Jugend als ehemaliger DDR-Bürger als eine Offenbarung erschien.

Mit diesem Vortrag „Der fatale Glaube des Adolf Hitler“ reisten wir nach Gera, Jena und anderswohin.

2.

Dann kam in dieser Zeit auch das Generationenhaus auf. Und wir waren stolz, daß das lutherische Magdalenenstift in Altenburg schon immer eins gewesen ist: Kindergarten, Pflegeheim, Rüstzeitheim für Konfirmanden, Jugendliche und junge Ehepaare.

Als Kreisungenpfarrer der Superintendentur Schmölln war ich zuständig für die Kreiskonfirmandenrüstzeiten in den Winterferien tief im Sozialismus. Das waren meistens drei Durchgänge je eine halbe Woche für Jugendliche, die in der Regel als Bauernkinder gerade von ihren Patenschmäusen kamen, die noch etwas mit den Schmäusen zu tun hatten, die Matthias Claudius besingt. Sie haben sich konfirmieren lassen und mit diesen Schmäusen wurden die Paten bedacht mit einem langen Gedicht. Sonst gab es keine Geschenke. Sie haben mit diesem Fest den Abgrund zwischen Kirche und Staat ignoriert.

Also sagte ich zu, zumal das Thema LIEBE für dieses Gespräch vorgesehen war. In dem Dreiklang Glaube, Liebe, Hoffnung. In der Bibel ist die Reihenfolge: Glaube, Hoffnung, Liebe.

Die ökumenische Akademie Gera/ Altenburg war der Tonangeber und wollte mit dem Spalatingymnasium für Altenburg diesen Takt auf den Weg bringen.

Mit GLAUBE fing es an. Ein Schüler des Gymnasiums diskutierte mit einer ehemaligen Landrätin (Die Linke). Ein ehemaliger Schüler wollte mit mir diskutieren übrigens anläßlich der Zwanzigjahr-Feier der Schule.

Ich möchte jetzt nicht die Diskussion wiedergeben, sondern einen Aufsatz, den ich zu meiner eigenen Orientierung mir in der Woche davor aufgeschrieben habe, zitieren.

Ich komme aus einer ietzten Zeit des DDR – Sozialismus, in der wir uns folgendes Motto gegeben haben: metanoia, xaris, kairos.

Auf deutsch: Umkehr, Freude und der richtigen Zeitpunkt.

Das sind neutestamentliche Begriffe. Besonders KAIROS hatte es in sich, als wir die Altenburger Akademie aufgebaut haben im Jahr 1988 . Das beweisen 500 Seiten Operativer Vorgang seitens der Stasi. Gorbatschow wußte etwas von diesen Dingen:

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Jetzt ist die Zeit der Gnade.

Just.

Aber auch METANOIA . Umkehr. Der Sozialismus sollte ja auch ein Weg sein. Eigentlich auch ein Glaubensweg. Man mußte an ihn glauben. Und jetzt umkehren? Das war gefährlich und das Ziel der Stasi-Akte hieß dementsprechend Abschiebung oder Zuchthaus.

Gegen CHARIS war sicher am wenigsten einzuwenden.

Was bedeutet das Heute? – auch die Zeit bitte nicht verschlafen, da macht man sich schuldig.

Umkehren, wenn es lebensgefährlich wird.

Wie im Hochgebirge.

Nicht um jeden Preis die Trophäe nach Hause bringen wollen.

KAIROS : Den richtigen Takt, Rhythmus, finden im Tanz des Lebens. Das gilt nicht nur für den Zeitpunkt der ersten Liebeserklärung, sondern ist ständig gegenwärtig, wenn es nicht langweilig, öde und fade werden soll. Wenn die Liebe erhalten bleiben soll in allen Dingen zwischen Menschen, die ein Paar werden und einen Bund für ’s Leben schließen wollen, der Bestand haben soll.

Wenn sie Eheleute werden wollen in ihrer Zeit, die selig sein soll, glücklich, jedenfalls hin und wieder.

Die erfüllt sein soll.

Im Deutschen hat das Wort Liebe dreierlei Bedeutung: Die neutestamentliche Liebe, die wir Nächstenliebe nennen, in griechisch heißt sie AGAPE.

Die Liebe der Griechen, wenn sie Leidenschaft meinen: EROS. Es gibt ihn nicht nur in der Liebe zu einem geliebten Menschen, sondern auch zu einer Sache. In der Wissenschaft zum Beispiel. Auch in der Theologie.

Und die geschlechtliche Liebe: SEXOS.

Ich möchte aus meiner Jugend erzählen, als ich in Schmiedefeld am Rennsteig in die Mittelschule ging. Mein Vater war in Stützerbach im sogenannten thüringischen Teil evangelisch-lutherischer Pfarrer und nicht zufrieden mit dem Gottesdienstbesuch. Deshalb hat er das Angebot der „preußischen“ Kirche (Kirche der Union in Sachsen-Anhalt, ehemals preußische Provinz) angenommen und den Evangelisten Fritz Hoffmann eingeladen, der im Auftrag des Jungmännerwerkes (CVJM) in der Reisemission der evangelischen Kirche der Union tätig war. Der spannendste Abend innerhalb einer Missionswoche von Montag bis Freitag war der Donnerstag: Liebe und Ehe. Da kamen sie: die Menschen, die noch nicht ihre Sehnsucht nach Glück und Erfüllung aufgegeben haben. Die sich nicht gleich nach dem ersten Krach scheiden lassen wollen, die nicht nur Leidenschaften entfalteten, sondern auch litten. An ihrem Partner, Partnerin.

An der Welt, so wie sie ist.

Die kleine von Goethe liebevoll gezeichnete Dreieinigkeitskirche im thüringischen Teil (Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen) im Thüringer Wald mit staatlich anerkanntem Kneipbad und allgemeinem Urlaubsangebot für FDGB- und Privaturlauber war brechend voll.

Es war d a s Thema – neben dem anderen Thema, daß wir sterben müssen.

Liebe und Tod.

Auch Thema im Sozialismus der Endfünfziger des Jahrhunderts also.

Nicht nur bei den großem Romanciers des 19. Jahrhunderts.

In Europa.

Im Abendland, daß ja katholischerweise die Minne erfand.

Oder im Minnedienst des Hohen Liedes des Königs Salomo im Alten(Ersten) Testament.

Und wie ist das bei den Klassikern der Revolution?

DER STILLE DON: die große Wieder-Holung des Menschen im Widerspuch, wenn es um die Liebe geht. Um den EROS. Um SEXOS.

Um AGAPE.

Denn nur sie hält die Dinge zusammen und erträglich, daß es nicht Macht und Gier wird, ein Atomkraftwerk, daß jederzeit in die Luft fliegen kann.

Die Liebe in ihrer dreifachen Bedeutung, wie es die Sprache Homers uns sehr deutlich macht. Und die koine – die griechische Weltsprache z. Zt. des Aufschreibens des Neuen Testamentes. Vergleichbar dem heutigen Englisch.

Fritze Hoffmann, wie er zärtlich genannt wurde von seinen Mitstreitern, hat dazu ein großes Haus an eine imaginäre Wand gemalt. Dieses Wohnhaus hieß AGAPE gleich Liebe, NÄCHSTENLIEBE. In dieses Haus hat er einen mittelgroßen Raum gezeichnet. Der hieß EROS gleich EROTIK. Und in diesen mittelgroßen Raum einen kleinen Raum: SEXOS, also SEX, Ausgangspunkt linke untere Ecke.

So, daß jeder wußte, was gemeint war. Der Ausgangspunkt war entscheidend. Wenn Sie so wollen Sigmund Freud. Darüber EROS, Erotik. Und noch einmal darüber Nächstenliebe.

Liebe, wenn diese drei Formen vorhanden sind.

Insofern hat das Hohelied des Apostel Paulus auf die Liebe: sie ist die größte unter allen, größer als Hoffnung, größer als Glaube, sehr wohl etwas, sogar viel mit dem zu tun, weswegen die Leute „strömten“. – Wie oft werden Fragen in der Kirche beantwortet, die gar keiner gestellt hat. Hier war es anders.

Sie haben nach dem Sinn ihrer Ehe gefragt.

Nach der Schönheit des Lebens.

Nach dem Glauben und der Hoffnung für ihre Zukunft, das heißt, ihre Kinder und Kindeskinder saßen mit im Boot.

Sex ist das Erdöl. Eros der Motor. Und die Liebe das Traumauto. Würde ich meinen Jugendlichen sagen, wenn ich sie noch hätte als im Dienst stehender beauftragter Jugend-Pastor der Evang.-Luth. Kirche in Thüringen. D.h. auch die Bremse, die Kupplung, vor allen Dingen die Lenkung, die Hupe und vieles mehr. Damit niemand Schaden nimmt.

Man kann alles hinterfragen. Auch das Haus mit den Kammern in ihrer Verhältnismäßigkeit und Größenordnung. Mir war es immer eine große Hilfe und ich möchte es weitergeben trotz Sexwelle aus Amerika, trotz Kinsey-Report.

Wegen Sigmund Freud.

Trotz und wegen Diversität.

Nimm und lies: Hohe Lieder der Liebe im Alten Testament:

Das Hohe Lied Salomos Kapitel 1 – 8; Psalm 45,1 – 18

Das Hohe Lied der Liebe im Neuen Testament: 1. Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth, Kapitel 13 1 – 13

Und wenn es um das Glück geht, lies die Bergpredigt:Matthäus 5, besonders den Anfang! – Seligkeit. Wann ist Gott nahe? Das ist keine Täuschung. Das ist Wahrheit und Liebe.

3.

Lassen Sie mich noch etwas hinzufügen.

Als ich im Juni einen Tag vor meinem Geburtstag im Jahr 1988 Sackleinen in „meiner“ neuen Kirche entrollte in Altenburg am Markt an der Trennwand zwischen Taufhalle und Kirche (nach Osten hin), war das die Grundlage für eine aktuelle Wandzeitung.- Ein Begriff, wie wir ihn aus der kommunistischen Bewegung kannten und ich aus meiner Lehrzeit als Möbeltischler ganz konkret – und natürlich aus der sozialistischen Volksbildung – Grundschule in Stützerbach, Mittelschule in Schmiedefeld am Rennsteig – die erweiterte Oberschule durften Pfarrerskinder damals nicht besuchen, womit der Staat sich die ersten Konterrevolutionäre gerade zu erzogen hat. Das gesamte Protestpotential in der DDR bestand übrigens zu nicht geringen Teilen aus vom Sozialismus auf diese Weise abgehängten Un- Bildungs- Kadern.- An dieses Sackleinen konnten Besucher der Offenen Kirche (ein „STASI – Projekt“) ihre Wünsche, Vorstellungen und Verbesserungsvorschläge mit bereitgestellten Stecknadeln – auf Papier aufgeschrieben – anheften.

Folge: Besuch des Zuständigen für Kirchenfragen des Rates des Kreises.

Nach der Revolution haben wir ein Kreuz aufgestellt in der Offenen Kirche, zusammen- geschraubt aus alten Eisenbahnschwellen von einem Vikar, der – wie ich- mit Holz zu tun hatte vor der Theologie: Zimmermann. Und daneben – schon viel früher – die übliche Gebetswand, wie ich sie aus vorrevolutionären Zeiten kannte, wenn meine Frau und ich von unserer ersten Pfarrstelle aus unseren alten Wirkungsort – Berlin besuchten – den Dom, mit seinem Cafe.

Meine Frau zuletzt als Seminarleiterin an der Sektion Philosophie, Kulturwissenschaft, Theaterwissenschaft an der HU, ich weniger wirkungsvoll, aber bemüht den Abschluß als Voraussetzung für ein Pfarramt belegen zu können- mit Verdienstmöglichkeiten für Studierende würde man heute sagen. – Wir haben viel von unserem damaligen Berliner Leben mitgebracht nach Ostthüringen in unsre erste Pfarrstelle im Wismutgebiet mit den reichhaltigsten Böden in Deutschland: An Offfenheit, Unvorsichtigkeit und hoffentlich Freundlichkeit.

Und unsere beiden Berliner Kinder.

Ein thüringisches Kind kam dann auch noch dazu.

Die Gebete waren meine Stütze, um nicht zu verlernen, daß ich nicht Fragen beantworte, die keiner gestellt hat. Die Themen der Gebete waren Krieg, Frieden, Tod und Leben und die Liebe zwischen den Geschlechtern. Die Verehrung gegenüber den Großeltern, die Sorge um sie. Die Sehnsucht nach Liebe. Die Sorge um kranke Eltern, um geschiedene Eltern.

Krankheit!

Bitte um Wunder.

Mir ist aufgefallen wie un – vorsichtig gerade Jugendliche für ihren Freund, ihre Freundin Gebetszettel an diese Wand oder dann auch an das Kreuz geheftet haben. Das Kreuz war mit langen Zimmermannsnägeln bestückt. Jeder/jede konnte seine Bitte so „aufstecken“. – Mir kamen die weißen Papiere wie weiße Flügel an dem Kreuz vor.

Die Katholiken haben mehr Erfahrung in diesen Dingen als wir. Sie sagten mir, in der Osternacht übergeben sie solche Gebete dem Himmel, indem sie sie dem Feuer in der Nacht anvertrauen.

Danke!

Liebe, Hoffnung und Glaube. Die größte unter ihnen die Liebe, AGAPE, die den EROS gespeist aus der Diversität der Geschlechter umgibt und hegt. Auch die Diversität, die uns ganz allgemein ausmacht. Und produktiv ist. AGAPE, daß sie hält die Liebe zwischen Mann und Frau, daß die Gabe der Sexualität geschützt ist.

Das wollte ich noch anfügen zu dem Thema, damit Ihr mehr wisst, aus welcher Zeit wir kommen.

Die Großeltern.

Und auch aus welchem Land.

Notiert am Vorabend des 9. Oktober 2021. Der uns lieber gewesen wäre als Nationalfeiertag als der 3. Oktober.

Gebet

Klagelieder

Im Altenburger Land habe ich gelernt, daß die Bauern, denen es am besten geht, am meisten klagen. Ich habe es nicht nachgeprüft, aber mir fiel es ein, als ich die Klagelieder im 1. Testament (Altes Testament) gelesen habe.

Klagen und Triumphieren, wie konnten das die Alten! Nicht nur in der Bibel, sondern auch in den Kulturen ringsherum. Am meisten ist mir das aufgefallen im Kampf um Troja, wie es die Hellenen beschreiben: das Elend und den Sieg.

Und wir?

Klagen?

Jubeln?

Außer sich sein.

In Klagelieder 3 lesen wir: „…du wirst ja daran gedenken, denn meine Seele sagt mir‘ s.“

So betet der Kläger, der von sich sagt: „Ich bin der Mann, der Elend sehen muß durch die Rute des Grimmes Gottes. Er hat mich geführt und gehen lassen in die Finsternis und nicht in‘ s Licht… Er hat seine Hand gewendet gegen mich…“

„Gedenke doch, wie ich so elend und verlassen, mit Wermut und Bitterkeit getränket bin.“

Hier beschreibt jemand seine Situation, die ausweglos scheint: ein verlorener Krieg, Landsleute, die ihn verspottet haben, weil sie nicht die Wahrheit hören wollten.

Zion, Jerusalem ist verloren in den Wirren in der Mitte des 1. vorchristlichen Jahrtausends. Aber nicht nur das Kollektiv, sondern auch der Einzelne schreit wie viele Steine, wenn sie fallen und geschleift werden: das Heiligtum Gottes zerstört, der Tempel der Gemeinde.

Schlimmer gehts nimmer.

Aber etwas in ihm sagt es: „Du wirst ja daran gedenken, denn meine Seele sagt es mir. Dies nehme ich zu Herzen, darum hoffe ich noch: Die Güte des Herrn ist es, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.“

Mehr noch:“ Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen.“

Die Bestandaufnahme ist furchtbar, alles kaputt. Der Prophet im Gefängnis, während draussen die Schlacht tobt, wie vorausgesagt. Er ist dafür gefangen gehalten.

Ja, ja, er hat auch gesagt: „Was murren denn die Leute im Leben? Ein jeder murre wider seine Sünde.“

Sein Trost ist dahin, das Heiligtum geschändet, die Schlacht verloren.

Dann springt die REFLEXION um und wird da, wo es keinen Zweck mehr hat, das, was es nur noch werden kann: GEBET. Nicht mehr über Gott wird gesprochen und auch nicht mehr über den Menschen, nicht einmal mehr über Gut und Böse, sondern der Leidende spricht mit seinem Herrn …wieder. Der Funke ist noch nicht ausgetreten. Er findet zum DU zurück.

Er erinnert sich.

Erinnerung ist Erlösung.

Wie viele Menschen in der Christentumsgeschichte haben sich mit diesem Klagelied, das ein Hoffnungslied geworden ist, identifiziert? Sind damit getröstet worden und haben getröstet. Ihre Nächsten, ihre Nachbarn, ihre Freunde auf der Flucht, in den Kriegen.

Wenn alles ausweglos schien. „Ich bin der Mann…“ Das kann jeder sein. Jede.

Das kann ein ganzes Volk sein.

Er erinnert sich, vielleicht an seine Mutter, die ihn gelehrt hat zu beten, an seinen Vater, der ihn gelehrt hat, was die Gebote Gottes bedeuten, an seinen Pfarrer, seine Pfarrerin, seinen Lehrer, seine Lehrerin, die ihnen gezeigt haben, wie stark gute Gemeinschaft sein muss und kann, wie wichtig – und mit Sicherheit erinnert er sich an seinen Auftrag, den er empfangen hat von Gott schon vor seiner Geburt.

Trost bedeutet, sich erinnern auch an die Potenz des Widerstandes. Gebet ist auch Kampfgebet. Dann wissen wir auch wie gegenwärtig diese Klagelieder eines Gottesknechtes sind.

Und zum Schluss.

Wir lesen auch: „Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt.“ Fragen wir nach Gott in dieser Pandemie-Zeit. Oder waren wir dazu zu sicher eingebettet in unsere Versicherungen und Absicherungen, daß wir es nur zu einem technischen Verständnis bringen konnten ohne die Transparenz des Friedens, die höher ist als alle Vernunft. Kam es uns deshalb so trostlos vor. Das Ganze.

Und konnten weder kämpfen noch trösten?

Gott-los – ist das nicht trostlos?

Mich bewegen diese Fragen an Hand der Klagelieder in diesem alten Buch. Sie auch?

„Und der Herr segne und bewahre unsere Herzen und Sinnen, daß wir den Mut nicht verlieren.“ AMEN.

Jakob

Ich möchte noch etwas zu Jakob sagen.

Der Listige.

Der Sohn Isaaks, der seinen Bruder Esau verführt mit einer Erbsensuppe – sein Leibgericht – sein Erstgeburtsrecht an seinen jüngeren Bruder Jakob zu verkaufen.

Bleibt nur noch das Problem, den blinden Vater zu überlisten, damit der beim Erstgeburts – Segen nicht merkt, daß sein jüngster Sohn vor ihm kniet, um den Segen, der nicht rückgängig zu machen ist, zu empfangen.

Seine Mutter hilft ihm dabei. Ein rauhes Fell wird umgehängt und der Vater meint bei der Berührung den grobschlächtigen ungewöhlich dicht behaarten Esau vor sich zu haben.

Das ist nicht nur eine Lüge.

Das ist Betrug.

Das ist Spiel mit dem Feuer.

Das bedeutet Strafe und Flucht für Jakob.

Die Sonne bringt es an den Tag.

Jakob flieht, inzwischen vor Esau, der den Betrug jetzt erst richtig mitbekommt und sich sicher schämt für seine Freßgier.

Aber hier geht es nicht um‘ s Essen, nicht einmal um Moral.

Jakob hat sich gegen die Ordnungen Gottes raffinierterweise scheinbar durchgesetzt mit seinem Wunsch – und dem seiner Mutter – der Erstgeborene in der Familie zu sein.

Obwohl die Erstgeburt Esaus laut Bibel eine Panne war.

Auf der Flucht findet er einen Punkt, wo er inne hält und einen Stein, auf den er seinen Kopf legt.

Es ist Abend.

Nacht.

Jakob träumt einen schönen Traum: Gott wartet am Ende einer Leiter, die in den Himmel reicht. Jakob wacht auf und meint, hier müsse der HERR sein und richtet den Stein auf.

Er soll der Grundstein einer Gedenkstätte werden, wenn trotzdem alles gut wird und er sich mit seinem Bruder wieder versöhnen kann und mit seinem Vater. Jetzt wird er erst einmal zu einem Onkel finden, dort will er die schöne Cousine zur Frau, um dann – so wohlbestallt mit einer üppigen Herde ausgestattet – zurückkehren zu können in seine alte Heimat.

Aber listig sind auch andere.

Der Onkel jubelt ihm zuerst die weniger schöne Tochter unter die Decke in der Hochzeitsnacht, verhüllt und unerkannt – immerhin nach sieben Jahren schwerstem Hirtendienst. Das war der Preis für die Schöne, die nun gar keine Schöne ist. Aber verheiratet: Wie mit dem Segen. Was i s t , das i s t .

Er darf weitere sieben Jahre dienen zum Segen für den Onkel und schließlich auch zum Segen für Jakob.

Nun hat er auch noch RAHEL, die Lieblingsfrau des Jakob und später die Mutter von JOSEPH und Benjamin. Aber noch ist Krieg. Siehe oben. Heimkehr?

Am Jabbok ringt ein Mann mit Jakob.

Im Morgengrauen.

Die Männer lassen voneinander ab. Jakob bittet den Fremden, ihn zu segnen.

Seine Versöhnungskarawane ist schon längst über dem Fluß und Jakob hat noch einen Namen: ISRAEL.

Die Geschenke werden angenommen. Der um wenige Zeit ältere Zwillingsbruder Esau verzeiht. Die Familiengeschichte kann weitergehen.

Aus dem Stein, auf dem Jakob seinen Kopf legte und den er als Erinnerung aufrichtete ist BETEL geworden. Wie er gelobt hat: falls er zurückkommen kann in SHALOM.

Sie haben miteinander gerungen. Der Gott, der seinen Namen nicht nennen wollte und den Kämpfer segnete, damit er ihn ziehen ließe. Es ist HEILSGESCHICHTE. Sie ist merkwürdig. Und wichtig für uns – bis auf Jesus – bis zu uns – damit.

Nachzulesen bei GENESIS (1. Buch Mose im Alten Testament,Kapitel 25 ab Vers 19)

NIMM UND LIES!